Der Krieg auf den Gletschern
1915 erklärte Italien Österreich den Krieg und
unmittelbar danach wurden vom Stilfserjoch bis zum Cevedale, also dem
heutigen Gebiet des Nationalparks, Tunnels, Seilbahnen und
Schützengräben auf und in den Gletschern angelegt. Auf der Königspitze
und dem Cevedale gab es feste Geschützstellungen. Selbst auf den Ortler
mit seinen 3905 Metern Höhe mussten russische Kriegsgefangene Kanonen
schleppen. Die verschiedenen Vorposten waren über Stollen im Eis
verbunden, das Tunnelsystem war viele Kilometer lang.
Wo sich heute Wanderwege erstrecken, wo Kletterwände in den Himmel
ragen und Tourengeher die Herausforderung suchen, wurde von 1915 bis
1918 erbittert um jeden Meter gekämpft. Auf beiden Seiten gab es viele
Gefallene, wobei Kälte, Lawinen (die auch absichtlich ausgelöst
wurden) und Blitzschläge die meisten Opfer forderten.
Aber schließlich endete der Krieg, die Stellungen wurden aufgegeben und
vom Schnee begraben. Mit dem Rückzug der Gletscher, kommen sie wieder
zum Vorschein. Man findet Gebäudereste, alltägliche
Gebrauchsgegenstände und teilweise noch scharfe (!) Munition.
Im Bereich des Stilfserjoches findet man zahlreiche Schützengräben,
Schlafkammern und Unterstände. Stoßt man bei der Besichtigung auf
Gegenstände, so soll man diese nicht berühren und sofort die
Parkwächter oder die Sicherheitskräfte benachrichtigen. Sollten Sie die
alten Waffen genauer in Augenschein nehmen wollen, so besuchen Sie das
Kriegsmuseum in Rovereto, das sicher das vollständigste ist, oder das
kleine Museum im Credito Valtellinese direkt auf dem Stilfserjoch.
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